
Johannes:
Heute Mittag hat das Treffen der G8, die 7 führenden Industrienationen der Welt (USA, Deutschland, Japan, Italien, Frankreich, Großbritannien und Kanada) sowie Russland, im italienischen L’Aquila begonnen.
Eines der Hauptthemen bei diesem Gipfel wird die Vorbereitung des UN-Klimagipfels im Dezember in Kopenhagen sein. Schon in den diesen Tagen wird sich wohl abzeichnen ob es gelingt, in 5 Monaten ein nachhaltiges, ambitioniertes und faires Klimaabkommen zustande zu bekommen, bei dem dann alle Staaten dieser Erde mitmachen.
Und es gibt zumindest ein wenig Grund zur Hoffnung. Bei Gesprächen in Rom, die die Verhandlungen von L’Aquila vorbereiten sollten, haben Schwellenländer wie z.B. China, Indien und Brasilien zum ersten Mal anerkannt, dass die weltweite Durchschnittstemperatur um nicht mehr als 2°C steigen darf. Und diese Länder haben zudem akzeptiert, dass auch sie einen Beitrag zum Klimaschutz leisten müssen. Bedauerlicherweise ist es bisher nicht gelungen, konkrete Pläne zur Reduktion von Treibhausgasen zu fassen.
Wie bereits erwähnt, ist der Klimawandel wieder eines der wichtigsten Themen beim G8-Gipfel. Schon morgen Nachmittag wird es wieder spannend. Dann werden beim sogenannten Major Economies Forum die größten Volkswirtschaften der Welt über den Klimaschutz beraten. Nachdem sich Bundeskanzlerin Merkel in den letzten Monaten nicht mehr so sehr um den Klimaschutz gekümmert hat, fordert sie jetzt im „Tagesspiegel“ „ein entscheidendes Signal“ für Kopenhagen. Ob die Klimagespräche (in Italien aber auch generell) erfolgreich und konkret verlaufen, hängt stark von US-Präsident Obama ab. Nur wenn die USA beim Klimaschutz mitziehen, werden auch Länder wie China konkrete Klimaschutzmaßnahmen akzeptieren.
Wenn man die Erderwärmung in einigermaßen verträglichen Rahmen halten möchte, dann muss Kopenhagen den Erfolg bringen. Und deshalb ist es von riesiger Bedeutung, dass jetzt die Weichen für diesen Erfolg gestellt werden. Denn wenn der Zug jetzt weiter nur rumsteht oder sogar in die falsche Richtung fährt, dann wird es unheimlich schwer ihn wieder in die richtige Richtung fahren zu lassen …
In diesem Sinne bleibt nur die Hoffnung, dass der Durchbruch der sich leise andeutet (Stichwort: Zugeständnisse der Schwellenländer) auch wirklich ein Durchbruch wird.




